Die Geschichte der Lesewerkstatt

Im Dezember 2020 habe ich die Idee für das Projekt meiner LESEWERKSTATT geboren. Nachdem ich Mutter von 4 Kindern bin und seit 2015 zu Hause war, habe ich mir überlegt, dass es wieder an der Zeit wäre außerhalb meiner Familie etwas zu tun. Nicht, dass ich nicht genug zu tun habe, aber ich wollte auch wieder eine Aufgabe haben, bei der ich mit anderen Menschen zu tun habe. Und in irgendeiner Form sollte es mit Kindern zu tun haben und mit Büchern.

Das Logo der Lesewerkstatt ist rund und beinhaltet ein Buch, aus dem Werkzeuge wie Hammer und Zange sowie Buchstaben herauskommen. Um das Symbol herum steht "Die Lesewerkstatt - vorlesen, mitlesen, selbst lesen".

Vor meiner Familiengründung habe ich an einer AHS unterrichtet, aber leider  werden die Zeiten immer schwieriger und die Arbeitszeiten immer weniger mit der Familie vereinbar und so war für mich klar, dass ich nicht so schnell an eine AHS zurückkehren würde. Ich wollte mir etwas Eigenes aufbauen, wo ich auch ein bisschen mein Hobby zum Beruf machen kann. Schon zu Schulzeiten war Deutsch mein Lieblingsfach und ich habe mich immer gerne mit der deutschen Sprache auseinandergesetzt. Während meines Germanistikstudiums habe ich besonders gerne Vorlesungen zum Thema der Kinder- und Jugendliteratur besucht. -Erst da ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, was man da alles herausholen kann und wie vielfältig sie ist.

In unserer Familie wird viel gelesen, ob Bücher, Zeitschriften oder Zeitungen und so habe ich auch sehr zeitig mit dem Vorlesen bei unserer 1. Tochter begonnen. Das Schöne ist, dass alle 4 Kinder auch große Buchliebhaber sind und unsere Große, die jetzt die 1. Klasse Volksschule besucht, auch schon ganz stolz ihren kleineren Geschwistern vorliest.

Nachdem ich aber auch viele Kinder und auch Erwachsene kenne, denen das Lesen aus vielen verschiedenen Gründen keinen Spaß macht, wollte ich hier ansetzen. Es gibt ein riesiges Angebot an Baby- und Kleinkinderkursen, aber ich habe keine gefunden, die mit Büchern und dem Lesen zu tun haben.-Außer gelegentlich ein Angebot in Büchereien. Ich bin der festen Überzeugung, wenn wir den Jüngsten schon vorlesen und ihnen Bilderbücher zeigen, dass dann die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass sie selbst Bücher und das (Vor)Lesen lieben werden. Ich könnte an dieser Stelle so viele Gründe nennen, warum Vorlesen so wichtig ist und was es alles nach sich zieht, aber das wäre jetzt zu ausufernd. Ich werde, wenn es euch interessiert, bei einem der nächsten Newsletter darauf eingehen!

Jedenfalls habe ich mir in der Lesewerkstatt das Ziel gesetzt möglichst viele Babys, Kinder und Begleitpersonen für Bilderbücher und Kinder- und Jugendliteratur zu begeistern und ein abwechslungsreiches Programm zu gestalten. Wichtig ist mir dabei immer eine Mischung aus traditioneller und aktueller Kinderliteratur. Bei der traditionellen Literatur gibt es seit November regelmäßige Märchenstunde an das jeweilige Alter angepasst.

Die Themen sind zum Jahreskreis passend gewählt und so dreht sich zum Beispiel in der 1. Einheit im Februar am 14.2. alles um die Liebe, das lieb Haben und auch hier gibt es ein passendes Märchen: Der Froschkönig. Am Rosenmontag gibt es in der Lesewerkstatt keinen Regelbetrieb, sondern eine Faschingsfeier für 2-6jährige Kinder.

Das Herzstück allerdings sind die Bilderbuchstunden, die immer Dienstagvormittag stattfinden: hier kommen die Jüngsten ab 3 Monaten zu mir und ich arbeite mit Kontrastkarten und vielen, vielen Bilderbüchern! Denn genau hier müssen wir ansetzen, damit die Kinder die Freude an Büchern von klein auf lernen.

In diesem Sinne freue ich mich darauf viele von euch im Sommersemester in der Lesewerkstatt zu sehen und viele, viele Geschichten gemeinsam zu lesen und zu erleben!

Eure Julia

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